Endlich ist es soweit: Hardy Heron, der kühne Reiher, hat abgehoben! Normalerweise würde ich ja so was von gratulieren. Aber leider hat man sich wohl mehr darauf konzentriert den Termin um jeden Preis einzuhalten, anstatt die offenen Fehler zu beseitigen. Das soll keine Abwertung von Ubuntu 8.04 sein, lediglich ein persönlicher Ausdruck des Bedauerns.
Seit November 2007 hatte ich auf meinem Schreibtischrechner die Kubuntu-Entwicklervariante von Hardy im Einsatz. Trotz des frühen Entwicklungsstadiums war mein Rechner sehr stabil und es gab so gut wie keine Probleme.
Im März hatte ich deshalb das Notebook meiner Frau auf die Beta-Version von Ubuntu aktualisiert, hauptsächlich wegen der neueren GIMP-Version. Hier war das Bild eher mittelprächtig zu nennen: Nachdem zunächst alles funktionierte, verflüchtigte sich dann im Rahmen eines Updates die Lautstärke-Regelung. Als nächstes kam die Umstellung von Firefox 2 auf eine Betaversion von Firefox 3 unter Verlust fast aller Add-Ons und der deutschen Sprachunterstützung. Dies lies sich zwar durch manuelle Installation des Firefox2-Paketes korrigieren, aber bis heute gibt es keine funktionierende Lautstärkeregelung. Auch nach der Veröffentlichung von Ubuntu 8.04 ist Firefox 3 immer noch eine Beta-Version. Wie sich das mit dem Stabilitätsanspruch eines „Long Term Support“-Release verträgt, ist mir unklar.
Im Großen und Ganzen funktioniert Ubuntu 8.04 aber zuverlässig, wenn auch manchmal viel zu laut, da sich ja die Lautstärke nicht regeln lässt.
Nachdem mein Arbeitsplatzrechner nun in Reparatur ist, habe ich den Vorgänger reaktiviert und gleich Kubuntu 8.04 Remix, basierend auf KDE4, installiert. Um es kurz zu machen: für mich ist es absolut unbrauchbar. Das System ist ein Mix aus KDE3 und KDE4, der überhaupt nicht harmoniert. Die Plasma-Oberfläche ist umständlich, überladen und unzuverlässig. Gewohnte Abläufe und Handgriffe aus jahrelanger KDE-Benutzung sind auf einmal umständlich bis unmöglich. Nach mehreren Stunden Arbeit war die Oberfläche endlich soweit angepasst, daß ich wenigstens halbwegs damit arbeiten konnte. Aber so elementare Funktionen wie Übernahme der Passwörter aus der Brieftasche funktionieren einfach nicht, da die KDE3 Programme nur mit der KDE3-Version reden wollen und die KDE4-Programme auch unter sich bleiben. Also wird so bald wie möglich wieder die KDE3-Variante installiert.
Ein letzter Versuch steht noch aus: Für meinen Eee-PC hatte ich mir eeebuntu auf einem USB-Stick installiert. Erste Tests waren recht erfolgreich. Der Hama Bluetooth-Stick funktioniert wie erwartet unter Ubuntu, während bei Xandros nur „Tote Hose“ ist. Wie erwartet funktioniert der Terratec Cinergy Piranha dagegen nicht. Aber ansonsten ist alles OK, wenn auch langsam, dank des Zugriffs über USB. Aber trotzdem ist noch viel Raum für Feintuning (tmpfs-Nutzung für /tmp und /var/run, Mounten der Filesysteme mit noatime, etc).
Eeebuntu basiert aber noch auf der Vorgänger-Version Gutsy, daher ist jetzt ein Update auf Hardy angesagt. Sollte danach noch alles funktionieren, so steht das auf der SSD installierte Xandros Linux ernsthaft zur Disposition…
Nachtrag: Der Upgrade auf Hardy ist mangels Platz auf dem USB-Stick gescheitert, aber das lässt sich umgehen, daher werde ich später einen zweiten Versuch wagen.
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